Dr. Fritz Stenzel – Der Nürnberger Prozeß

Morbus ignorantia - Krankheit Unwissen

Von Dr. Fritz Stenzel

Vae victis!*

Wegen ihres Kampfes gegen die Todesstrafe erhielt die Usbekin Tamara Chikunova im September 2005 den Internationalen Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg. Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) betonte bei dieser Gelegenheit – wieder einmal – die „unrühmliche Vergangenheit“ Nürnbergs als Stadt der NS-Reichsparteitage und der antisemitischen Rassegesetze. Auch Bundesinnenminister Otto Schily war zum Festakt erschienen und rief in seiner Rede zur weltweiten Ächtung von Folter und Todesstrafe auf.

Es ist gewiß keine NS-Verharmlosung, in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, daß auf den braunen Parteitagen in der fränkischen Metropole weder gefoltert noch die Todesstrafe vollstreckt wurde. Auch die berüchtigten Nürnberger Gesetze aus dem Jahr 1935 gaben nichts Derartiges her. Hätten Maly und Schily eine zutreffende Verbindung zu Folter und Todesstrafe herstellen wollen, wäre eine andere zeitgeschichtliche Ableitung richtiger gewesen: In Nürnberg begann vor 60 Jahren – am 20. November 1945 – das Siegertribunal gegen deutsche Politiker und Militärs…

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