DER FALL MARTIN HOHMANN

Wer erinnert sich denn noch an den deutschen Nationalfeiertag am 3. Oktober 2003 als Martin Hohmann, damals CDU-Abgeordneter diese angeblich antisemitische Rede hielt? Wie kann ein Mann mit einem beeindruckenden Lebenslauf wie er so etwas tun und auf einmal die Wahrheit sagen? Der 55jährige Major der Reserve sitzt seit 1998 für den Wahlkreis Fulda im Bundestag. Zuvor war er 14 Jahre lang Bürgermeister in Neuhof bei Fulda. Nach einem Abschluss in Rechtswissenschaften arbeitete Hohmann zunächst als Jurist im Bundeskriminalamt, zuletzt als Kriminaloberrat in der Abteilung „Terrorismus“ in Wiesbaden.
Nach dieser Rede wurde Martin Hohmann am 15.11.2003 auf einer Sondersitzung der CDU/CSU-Fraktion mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit ausgeschlossen. Er ist damit der erste Abgeordnete, der je aus der Unions-Fraktion ausgeschlossen wurde. 195 Unionspolitiker stimmten für den Ausschluss Hohmanns, 28 dagegen, 16 Mitglieder enthielten sich der Stimme. Damit wurde erstmals in der Geschichte ein Mitglied von der Unions-Bundestagsfraktion ausgeschlossen.
Die CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Angela Merkel bezeichnete das Ergebnis als „eindeutig“ und politisch richtig. Die relativ hohe Zahl der Gegenstimmen und Enthaltungen deute laut Merkel auf die menschliche Verbundenheit mit Hohmann zurück, nicht etwa auf Zustimmung zu seiner Rede.

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